Der Tierwohlclub
Der Tierarztpodcast.
Alles rund um Haustiere, Tiergesundheit und ganzheitliche Medizin.
Es geht aber auch um Mindset, Geld verdienen mit dem Hobby Tiere und vieles mehr.
Wir haben auch immer wieder spannende Interviewpartner zu Gast.
Der Tierwohlclub
Vom Hundefutter zum Herzensprojekt – Wie ein BARF-Shop ein Leben veränderte
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Vom Zufall zur Berufung
Was passiert, wenn aus einem scheinbaren Zufall eine echte Lebensaufgabe wird? In dieser Episode von Der Tierwohlclub erzählt André Knüwe, wie aus der Suche nach dem richtigen Futter für seinen eigenen Hund plötzlich ein eigener BARF-Shop entstand. Seine Geschichte zeigt, warum Leidenschaft oft dort beginnt, wo Probleme nach einer Lösung verlangen. Gemeinsam sprechen André und Henning über mutige Entscheidungen, unerwartete Chancen und darüber, warum der beste Karriereweg manchmal überhaupt nicht geplant ist.
Warum Beratung heute wichtiger ist als Verkauf
Doch es bleibt nicht bei einer außergewöhnlichen Gründungsgeschichte. André verrät, weshalb für ihn fundierte Ernährungsberatung heute viel wichtiger ist als der reine Verkauf von Hundefutter und warum genau das den entscheidenden Unterschied für viele Hundehalter macht. Es geht um Wissen statt Werbung, Vertrauen statt Verkaufsmaschen und darum, wie individuelle Beratung das Leben von Mensch und Hund nachhaltig verändern kann. Eine inspirierende Folge für alle, die ihren Vierbeiner wirklich verstehen und bewusste Entscheidungen treffen möchten.
Kontakte zu André:
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Ja, schönen guten Abend, liebe Podcast-Hörer. Heute habe ich wieder eine ganz besondere Ehre. Ich habe den lieben André Knüve für ein Podcast-Interview gewinnen können. André kenne ich schon, boy, vielleicht kennen wir uns fünf Jahre, sechs Jahre, glaube ich, so was um den Dreh. Ja, acht Jahre falls, ne? Ja, Academy. 18, 19, sowas, ne?
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_04Da kennen wir uns schon sieben, acht Jahre jetzt mittlerweile. Und André ist ein langer, langer Bekannter von mir. Wir haben oft Kontakt miteinander, sprechen auch viel über fachliches und der André hat einen Barf-Shop und ist Unterernährungsberater. Das verbindet uns natürlich das Thema. Also erstmal herzlich willkommen, lieber André. Danke, dass du Zeit hast.
SPEAKER_02Vielen Dank, lieber Henning, dass ich da sein darf. Ich freue mich jetzt auf unser Gespräch tatsächlich.
SPEAKER_04Sehr gerne. Wie bist du damals auf die Idee gekommen? Wie kommt man auf die Idee, einen Bar-Shop oder einen Futtershop zu machen? Weil die gibt es ja theoretisch, sag mal, in Anführungsstrichen wie Samtamee, diese großen Ketten besonders.
SPEAKER_02Ja, das ist richtig. Also, das ist tatsächlich dieser Spruch, wie die Jungfrau mit dem Kindern. Also ich hatte zu der damaligen Zeit meinen Hund, Jem, du kennst ihn ja, da sind wir umgestiegen von Trockenfutter auf Barf, weil er das Trockenfutter nicht vertragen hat, wen wundert, aus heutiger Sicht. Und es gab in HEMA, da wo ich herkomme, da gab es einen kleinen Barfjob. Das war eine junge Dame, die hat den ganz alleine geführt und dann habe ich da halt meinen Barf immer gekauft. Das dauerte aber keine zwei, drei Monate. Da sagst du, du, tut mir leid, ich habe einen anderen Job, die war immer sehr sprunghaft, muss man sagen, bis zum heutigen Tag. Und ich mache wieder zu. Okay, dann bin mit der Information bin ich dann nach Hause gegangen, habe mit Marion, also meiner Frau, darüber gesprochen. Und naja, dann war das relativ kurz entschieden. Pass auf, wenn Kira uns den Laden gibt, dann übernehmen wir das. Ja, dann bin ich am nächsten Tag, glaube ich, zu Kira wieder runtergefahren. Ich sage, pass auf, ich habe mit Marion gesprochen. Wenn du magst, dann kaufen wir hier dein ganzes Equipment, dein ganze Ware was. Das war damals alles noch ganz klein und zwei Truhen und wir übernehmen das alles und machen das dann weiter. So ist das dann entstanden, dass ich erstmal einen Bath-Schoff hatte.
SPEAKER_04Geile Geschichte.
SPEAKER_02Ja, das ist echt verrückt, wie das Leben da manchmal so spielt. Und dann ging das ja weiter. Ich bin ja so ein Mensch, der gerne auch mit Kunden kommuniziert und auch fachlich relativ standfest da sein soll, wenn Kundenfragen da sind. Das ist für mich ja ein Alleinstellungsmerkmal heutzutage, dass ich halt beraten kann und nicht mit wie die ganzen großen Ketten einfach nur verkaufen muss oder die wollen es, müssen, was auch immer. Und so bin ich dann da reingerutscht und das nimmt also richtig Fahrt auf mittlerweile und ich bin da also ziemlich glücklich mit tatsächlich.
SPEAKER_04Ja, cool. Ja, aber ich denke wirklich heute, dass diese Beratung wieder das A und O ist, weil man einfach in diesem anderen Futterdschungel völlig überfordert ist. Aber diese Geschichte, ich kaufe mir meinen Barf Shot, damit ich weiterhin Futter für meinen Hund habe, ist schon geil. Ich habe mir freundet einen Hundetrainer, der ist Hundetrainer geworden, weil er mit seinem Hund nicht klar kam und kein Trainer mit ihm fertig wurde und ist dann selber Hundetrainer geworden. Das ist schon eine sehr abgefahrene Geschichte. Ja, aber du hast dann danach, auch kennengelernt, du hast dann dann noch Ausbildung und so weiter gemacht und hast natürlich jetzt ja angefangen mit ein bisschen quasi Rohfleisch, sag ich mal, so ein bisschen, ja nicht abwertend, aber so ein bisschen so überschießend. Wie hast du das dann weiter aufgebaut und was hast du dann weiter gemacht? Wo stehst du jetzt damit?
SPEAKER_02Also es hört sich jetzt gerade so ein bisschen hochtramt an. Ich habe mir meinen eigenen Bathshop gekauft, das war wirklich, um es mal deutlich zu sagen, wirklich ganz klein. Sie hatte zwei kleine Truhen und das war ein ganz kleines Räumchen. Ich sage heute noch Puppenstube, wir haben mittlerweile andere Räumigkeiten, aber es ist immer noch eine Puppenstube, weil mein Schwerpunkt halt mittlerweile auf Beratung liegt und nicht mehr zwangsläufig auf dem Butter selber. Also diese ganze Aus- und Fortbildungsgeschichte, da bin ich ja größtenteils drauf gekommen, weil unser Gem halt das ja nicht vertragen hat. Also das Trockenfutter und dann nachher mit dem BAF ging es dann auch nicht unbedingt auf Anhieb, so alles im Rhein war damit, und du weißt ja selber, wie es läuft. Dann habe ich angefangen, mich damit auseinanderzusetzen. Ich komme ja ursprünglich aus dem Bereich Humanmedizin. Ich bin kein Arzt, aber ich bin Rettung gefahren viele Jahre und kannte mich natürlich mit der Physiologie, Pathophysiologie, dieses ganzen Zusammenhang des Mahendarms ein bisschen aus. Und bin auch von einem Tierarzt zum anderen, so eine Odyssee durchgemacht. Und es war halt immer nur hier ein Tablettchen, da ein Tablettchen. Und dann habe ich irgendwann gesagt, jetzt mache ich es halt selber. Und dann habe ich mich da richtig reingekniet bis zum heutigen Tag. Ich habe so ein Maxime für mir, ich muss jeden Tag eine halbe Stunde lernen, ich muss jeden Tag ein bisschen besser sein als am Vortag. Und das geht jetzt über neun Jahre, glaube ich. Irgendwie so. Und mittlerweile sagen, also ganz lustig ist, bei uns in HEMA bin ich nicht André vom Bart oder bin ich der Darmdetektiv. Das ist so mein Spitzname mittlerweile, weil ich mich halt da richtig reinkniere, versuche, die Hintergründe richtig zu verstehen, die Gründe, warum welches Tier welche Symptome zeigt, tief im Darm reinzutauchen und da die Lösung zu finden.
SPEAKER_04Ja, das Problem ist halt, Ärzte und auch teilweise selbst Tierheilpraktiker, die haben die Zeit dafür gar nicht. Da geht es wirklich nur noch um schnell und da ist schon der nächste Kunde und der sitzt mit dem Nacken und das Wartezimmer ist voll. Die meisten können sich diese Zeit gar nicht nehmen. Aber deshalb werden gerade die, die so eine Tierarzt-Odessee hinter sich haben, ich habe ja auch viele, die gerade wegen dem Magen-Darm-Trag, wegen Allergien und wegen Lichigat auch zu mir kommen, gerade dann, wenn die endlich mal ein offenes Ohr finden, die auch auf das offene Ohr stoßen, ich will nicht dauernd nur Tabletten geben oder hier eine Spritze und Chemie, sondern ich möchte doch mal an die Ursache gehen. Und ich habe so den Eindruck, die Schulmedizin ist mittlerweile sowohl im Human- als auch im Tierbereich dahingekommen, einfach nur Symptome zu eliminieren. Sag mal, das ist so, wie wenn du mit dem Auto fährst und plötzlich leuchtet die Motorkontrolllampe und deine Therapie wäre, ich schraube mal die Birne von der Motokontrolllampe raus und fahre einfach weiter. Jeder, der Auto fährt, wird sagen, sag mal, hast du ein Hau, das musst du kontrollieren, dass du uns nächste Woche der Motor innen wurst. Ja, aber so machen wir mittlerweile leider in vielen Fällen nicht in allen, aber in vielen Fällen Medizin und gehen halt nicht mehr in die Ursache. Und darum ist das so auch spannend, dieses Damendetektiv. Einfach doch, weil ich mal diese Zusammenhänge sich anzuschauen. Und das lernst du im Studium auch in der Medizin oder in der Tiermedizin gar nicht. Und viele haben da auch gar nicht die Lust zu, weil die sagen, ich habe jetzt sechs, sieben Jahre studiert, jetzt noch dauernd hinsetzen und pauken, ich mache jetzt das, was ich kann. Aber es kommt ja ständig so viel neues Wissen dazu. Und genau das wählst du ja und guckst, wie kann man das anwenden und wo ist in der Vergangenheit vielleicht bei dem Hund was schiefgelaufen.
SPEAKER_02Genau, richtig. Ich muss an der Stelle auch für die Tärze mal so eine Lanze brechen. Therze sind einfach so massiv, die haben ja so viele Tiere, die sie kennen müssen und so viele verschiedene Krankheiten und was die nicht alle wissen müssen. Und ich bin halt nur speziell für einen Darm. Und da ist das Wissen natürlich viel enger gefasst und viel gebündelt. Ich kann mich natürlich richtig darauf spezialisieren. Ich hatte heute noch einen Kundengespräch, und die war eine Dame da mit ihrem Hund. Ich hole mir den mal so für eine Stunde zum Begutachten, gucke mir die Hunde mal genauer an und da hat die genau das gleiche gesagt wie du. Die Tierärzte haben halt nicht die Zeit mehr dazu, sich um das Tier zu kümmern, richtig. Und dann hatte ich, ich habe mal einen schönen Spruch gelesen, der heißt so sinngemäß, Tierärzte behandeln halt Krankheiten, weil die für die Gesundheit keine Zeit mehr haben und ich gehe halt versuche, die Gesundheit wieder herauszuholen. Das ist ein bisschen mehr Forschung und ein bisschen mehr Arbeit und ein bisschen mehr Hintergrundwissen vielleicht auch. Und ich hole mir Codeproben, ich hole mir Blutanalysen, ich hole mir Urinanalysen, ich sage immer, pack die mir auf den Tisch, puzzel die auseinander und pack mir dann mein Puzzle wieder neu zusammen. Da hat ein Tier hat es einfach keine Zeit für.
SPEAKER_04Ja, also wie du sagst, es ist einfach so umfangreich, was du alles machst. Ich zum Beispiel mache ja auch noch Reptilienvögel, habe ich irgendwann am Nagel gehängt. Also nicht das Tier, aber einfach, dass ich Vögel behandle, weil einfach, du kannst nicht überall gut sein und bleiben. Und du musst doch auf Fortbildungen gehen, da gibt es ständig was Neues. Das reicht dann für Hund, Katze, die Heimtiere und noch Reptilien reicht das völlig aus, das zu tun. Und dann gibt es halt immer noch die großen Bereiche Chirurgie und Internistik und da ist es ja bei den meisten auch schon getrennt. Und entweder bist du irgendwann ein Fachidiot und spezialisierst dich auch auf ein Fach, dann ist nicht unbedingt der Magen-Darm-Trakt dabei. Oder spezialisierst dich auf Knochenschirurgie oder sowas. Aber speziell jetzt Magen-Darm und die Zusammenhänge, da alleine würdest du wahrscheinlich auch keine Tierarztpraxis mitführen können. Und dann ist es natürlich noch so, wir müssen so viel administrativen Schrott machen, wie viele Behörden bei mir im Laden mitmischen, was ich an Administration machen muss, wo ich sage, von wegen, das fehlt mir alles nachher in der Praxis. Und dann auch die Pflichtfortbildung, die ich machen muss, dann überlege ich mir auch dreimal, oh, da wäre ja spannend jetzt über Allergien und Magen-Darm, da gibt es ja ein paar Sachen, aber oh, da kriege ich gar keine Fortbildungspunkte für, weil das ist jetzt nichts Tierärztliches. Und da muss ich mir schon dreimal überlegen, ob ich dann Wochenende dranhänge. Und unter dem Druck stehen natürlich dann die Tierärzte.
SPEAKER_02Das stimmt. Obwohl, dieses ganze Bürokratie, das habe ich natürlich auch. Manchmal, da kann man sich eigentlich noch im Kopf fassen. Ich muss in meinem Laden Buch darüber führen, ob ich abends, wenn ich Feierabend mache, die Kühltruhen alle zugezogen habe. Das muss man sich mal vorstellen. So einen Schwachsinn hätte ich beinahe gesagt. Aber mit sowas wird man halt, die glaubt mir einfach Zeit. Die Behörde für so ein Mist, ja, sage ich jetzt einfach mal, das ist Hanebüchen teilweise. Die Zeit würde ich lieber in die Gesundheit der Tiere stecken. Und das ist ja jetzt nur ein Beispiel. Ich könnte dir 20 sagen, was man alles für einen Mist machen muss. Ich muss Lieferscheine, die müssen korrekt sein. Das ist eine Katastrophe mittlerweile, ehrlich.
SPEAKER_04Ja, bin ich völlig bei dir. Also da würde ich am liebsten ganz viel reduzieren. Oder du wirst halt so groß, dass du nur jemanden dafür einstellst, aber das kannst du eigentlich normalerweise gar nicht finanziert, nur jemanden mit sowas zu beschäftigen.
SPEAKER_02Nee, ich bin auch ganz ehrlich, ich möchte auch gar nicht so groß werden. Ich möchte keinen, weiß ich nicht, Zokauf oder was da für Dimensionen. Ich bleibe lieber klein in meiner Puppenstube und kann mich wirklich ganz individuell und auch lange, ne, ich kann mir die Zeit für die Tiere nehmen, die die Tiere brauchen. Und da habe ich auch Spaß dran und ich glaube so ein richtig groß zu sein und brauche ich tatsächlich nicht, glaube ich.
SPEAKER_04Wie ist deine Meinung zum Trockenfutter? Immer so gerne so ganz kontrovers diskutiert.
SPEAKER_02Ja, tatsächlich bin ich da so ein bisschen flexibel. Ich sag mal, mein Hund kriegt zum Beispiel Nassfutter, Trockenfutter baff. Ich mische das alles mit dem Hintergrund für mich, weil ich seine Bauchspeicheldrose am Laufen halten möchte. Wir wissen alle, Hunde sind Enzymverdauer, Protease Lipasamylase. Und ich habe jetzt, wenn ich eine Kundin habe, die nur Dose füttert, nur Matsche, ich sage dann immer, der kriegt nur Matsche, dann merkt sich die Bauchspeicheldose natürlich mit ihrer Enzymproduktion und stellt dann halt das Enzym ein, was sie nicht braucht. Und deswegen halte ich meinen bei meinem Hund die Bauchspeicheldose in meinem Laufen, indem ich alles mal fütter. Also er kriegt nicht nur Trockenfutter und selbst meine Kunden, die sagen, ich möchte nur Trockenfutter füttern, das mache ich nicht. Die kriegen zumindest ein gutes Öl dabei, die kriegen ein bisschen Nassfutter als Topping dabei und die kriegen Kräuter, eine Kräutermischung dabei, damit der Hund ausgewogen ernährt ist. Ein reines Trockenfutter, um auf deine Frage zurückzukommen, würde es bei mir nicht geben.
SPEAKER_04Also ich stehe auch auf den Punkt. Ich sehe Trockenfutter an wie eine Tütensuppe. Das heißt, da ist kaum noch Nährstoff drin, das sind allenfalls noch Kalorien oder sowas. Aber du hast natürlich ein paar künstlich zugefüchte Mineralstoffe und auch Vitamine, die natürlich den Speiseplan aufdecken und wo es ein bisschen breiter ist, als wenn du jetzt nur Fleisch und Kohlenhydrate fütterst. Das heißt, wenn du bafst, musst du halt doch deutlich mehr Dinge dazugeben, die vielleicht in Fertigfuttern schon drin sind. Das Wasser in Dosenfutter ist halt für den Körper besser verwertbar, als wenn der Hund zusätzlich zum Trockenfutter trinkt. Und alleine nur Trockenfutter, es gibt auch Hunde, die vertragen ja gar keinen Nassfutter oder keinen Bath. Den liechernde Hase im Pfeffer, da kann ich noch so sehr sagen, ich bin ein Fan von Feuchtfutter oder von Barven. Wenn du einen Hund hast, der es einfach ums Verrecken nicht verträgt, dann funktioniert es halt nicht. Und da bin ich dann auch bei dir und sage ich, okay, dann mach im Zweifelsfall eine Kombi-Fütterung oder sowas in der Richtung. Und dann macht es doch es auch einfacher, gerade wenn du mal in Urlaub willst oder sowas. Und der Hund ist dann gar kein Trocken oder Feuchtfutter gewöhnt, sondern nur sein Barf. Wenn du jetzt eine Woche campen gehst oder in den Urlaub fährst und bist da im Bungal oder sowas, da ist mit Barfen dann schon ein bisschen doof. Also es gibt ein paar Leute, die schaffen das logistisch, aber meins wäre es nicht. Und wenn du es dann kombinierst, dann ist es natürlich deutlich einfacher. Aber ich wehre mich einfach gegen dieses Etikett Alleinfutter. Sowohl bei Trocken als auch bei Feuchtfutter, das gibt es in meinen Augen gar nicht. Also du kannst nicht eine Sorte füttern oder selbst wenn du eine Firma fütterst mit dreiviertel Geschmacksrichtungen, da ist nicht alles drin, was ein Hund braucht. Weil das einfach zu sehr über den Daumen gepeilt ist und eben zu wenig individualisiert. Das heißt, du wirst das wahrscheinlich ähnlich machen wie ich. Du schaust dir den Hund an und sagst, okay, dem fehlt Vitamin D, dem fehlt Omega-3-Fettsäure, der braucht auf jeden Fall Selen, Calciumfahd ist auch nicht ausgewogen. Das sind so die Dinge und dem wird einfach kein fertigfutter gerecht, egal wie teuer das ist oder wie hochwertig, sondern man muss eigentlich jeden Hund ergänzen und das sage ich deshalb, weil wir eigentlich auch bei Menschen alles ergänzen müssen. Weil wir können nicht allem aus dem Weg gehen. Und auch wir Menschen essen mal Fast Food oder eine Tütensuppe, müssen aber gucken auf der anderen Seite, dass wir dann halt ein bisschen ausbaden und sagen, da muss ich mir auf der anderen Seite mal wieder was Gesundes holen. Ich habe zum Beispiel neuerdings eine Saftpresse, wo ich dann wirklich alles Mögliche an Obst und Gemüse durchknall. Und da kriegst du ganz andere Polyphenole, die ganzen Wirkstoffe, die ja auf die Epigenetik wirken, die halt so wichtig sind, die wir eigentlich gar nicht mehr kriegen. Oder nicht mehr in der Menge, wie wir sie brauchen.
SPEAKER_02Genau. Also so sehe ich das auch. Also ich supplementiere mich selber ja auch tatsächlich. Und genauso mache ich das auch mit meinem Hund und auch mit meinen Kunden oder ja, Kunden, darf ich ja Kunden. Ich verrenne mich immerhin in den Therapien und das darf ich ja alles nicht sagen, weil ich da kein Tierarzt bin. Und deswegen sage ich jetzt Kunden. Ja, das Ding ist ja, mittlerweile ist es ja, ich bin ja nicht mehr so der klassische Futterhändler. Die Leute mit gesunden Hunden, ich möchte eine Tüte Futter kaufen, die kommen ja gar nicht mehr zu mir. Bei mir kommen ja alle immer nur, wenn der Hund krank ist. Und wenn es eigentlich schon, du weißt es ja selbst, das Kind ist im Brunnen, Zornolin über 800, Kalpropektin, jenseits von Gut und Böse. Bifidolactobakterien gibt es keine mehr, E-Kohle sind nicht mehr da. Und dann stellen die mir den Hund dahin, der ist strohig, stinkt aus dem Fell aus den Ohren und dann sagt so, mach meinen Hund heile. Das ist so mein täglich Brot und dann geht das durch das große Detektivarbeit geht dann los, ne? Aber es macht Spaß halt. Also es ist mir zehnmal lieber, als jeden Tag nur eine Tüte Futter zu verkaufen.
SPEAKER_04Ja, vor allem, das ist für mich als Tier jetzt auch das Frustrierende, dass du halt immer wieder einen Hund hast, der eine Allergie hat, wo der Juckland jedes Jahr schlimmer wird, wo die Ohren alle halbe Jahre wieder eitrig sind, obwohl du doch Tropfen reingeschüttet hast. Und da bin ich halt eigentlich der Fan davon, wo ist die Ursache oder am liebsten Hunde schon in Welpenalter oder vom Züchter oder vom Zieleltern bekommen, die mal einen Wurf hatten, um vorher schon zu beraten, was füttern wir, denn dass der Hund gar nicht erst krank wird.
SPEAKER_01Genau.
SPEAKER_04Das sieht ja eigentlich das schon an. Aber es ist ja einfach so, dass der Welpe, egal ob Mensch oder Hund, kommt ja auf die Welt und ist erstmal steril, der hat ja keine Bakterien. Und der wird durch die Umgebung der Mutter, vaginal und auch anal, einfach durch die ganzen Keime, die davor kommen, ja, was solch, will ich nicht sagen, aber angesteckt. Und diese Keime besiedeln dann entsprechend das Neugeborene. Und wenn halt die Mutter keine gute Bakterienflora hat, weil die selber Antibiotika hatte oder das ist ein Hund, der nur Trockenfutter bekommen hat, wo die Darmenflora gar nicht okay ist, was soll denn der Hund weitervererben? Und das zieht sich mittlerweile über vielen Hunden und Menschen wie ein roter Faden. Das heißt, die kommen schon mit einer schlechten Darmflora auf die Welt und da ist schon vorprogrammiert, dass die ein chronisches Darmproblem kriegen werden, mit dem ganzen Rattenschwanz hinten dran, chronische Erkrankungen, Tumoren, Autoimmunerkrankung oder oder oder.
SPEAKER_02Ja, das Ding ist auch, die kommen, genau wie du sagst, schon mit einem schlechten Mikrobiom auf die Welt. Und dann geht es ja los, dann kommt der Teerzeher, jetzt muss eine Wurmkoh da drauf, jetzt muss die ersten Impfungen da drauf. Was die dann alles noch on top kriegen, um das Mikrobiom zu zerstören, ist ja dann schon manchmal echte Hahnebüchen, finde ich. Ich habe eine Kundin, die kriegt alle sechs Wochen eine Wurmchor und ein Zeckezeug. Alle sechs Wochen. Weil ja der Kater wären Freigänger und deswegen muss der Hund das auch immer kriegen. Da ist die auch nicht von abzubringen. Aber das ist einerlei.
SPEAKER_04Das Schlimme ist, sie haben so eine so eine Obrigkeitshörigkeit noch in Deutschland. Genau. Das mal ein Tierarzt gesagt hat, das muss ja stimmen. Das ist auch das Schlimme bei mir in der Praxis manchmal. Die Helferinnen erzählen vorne schon was, das glauben die Leute nicht und ich erzähle genau dasselbe und mir glauben sie es dann, obwohl ich genau dasselbe sage.
SPEAKER_02Ja, na klar. Das Problem habe ich ja im Prinzip auch teilweise, ne? Weil ich halt keinen Doktor der Veterinärmedizin bin, sondern nur ich halt, der Darmdetektiv. Wird nochmal gegoogelt und es ist schon. Manchmal ist es müßig.
SPEAKER_04Aber da sehe ich gerade, ich weiß nicht, wie oft du Hunde hast, wo die Leute noch kommen und sagen, du hast gerade Giadien. Ich persönlich bin der Meinung, dass Giadien bei jedem Hund in kleiner Menge vorkommen und dann explodieren, wenn das Darmilieu sich zum Schlechten ändert. Also es ist in meinen Augen nicht so, der Hund geht raus, schnüffelt, irgendwo fängt sich Giadien ein, sondern die sind immer da und die explodieren nur dann, wenn das Darmelieu sich ändert. Frei nach dem Dr. Beschon im Franzose, der Pasteur hat den Satz geklaut, Bichon hat gesagt, dass die Mikrobe ist nichts und das Milieu ist alles.
SPEAKER_01Genau so ist es ja auch.
SPEAKER_04Und da sehe ich, ich sehe so viele junge Hunde, ganz besonders komischerweise bin ich der Meinung, und das fällt mir da am meisten auf, französische Bulldogge. Zum Besitzer neu gekommen, Futter umgestellt, plötzlich Durchfall. Zum Tierarzt hat Gyadien, kriegt Panakur oder irgendwas, hilft nicht, dann kriegt er Metro, die dann zol, das ist ein Breitbandantibiotikum, und dann geht es erst richtig los. Vierteljahr später hat er eine Futtermittelallergie und so weiter. Und das ist wirklich ganz erschreckend, was das für ich für ein roter Faden ist und was das für ein Rattenschwanz nach sich zieht.
SPEAKER_02Naja. Ich arbeite da mit Penchel. Das funktioniert wunderbar. Der Pfändchel. Ja, also wenn die nicht zu sehr überbesiedelt sind. Also ich habe genau wie du sagst, ich habe so eine kleine Bullglocke, die hat immer wieder mal, dann fängt der an, faullich zu pupsen und ordentlich, ne? Dann kriegt er von mir eine Woche, 14 Tage richtig Penchel, die kapseln das ab im Dickdarm und schmeißen es hinten raus.
SPEAKER_04In welcher Form, Fenchel? Dann Frischpuller. French Puller.
SPEAKER_02Ja, das klappt wunderbar, echt tatsächlich. Und vielleicht nochmal rückbildend zum Geradehändling. Da fällt mir gerade noch eine mit der Diagnostik auch. Gerade bei jungen Hunden, ich schicke auch junge Hunde zum geriatrischen Blutbild. Und da kriege ich dann immer, dann rufe mich die TH-Zelfrin teilweise an, ob ich mich da nicht vertan hätte oder so. Aber ich möchte einfach, ich sage immer, ich erkläre das den Kunden immer so, pass auf, ich möchte ein geriatrisches Blutbild, weil da habe ich die Leber mit drin, da habe ich die Niere mit drin, da habe ich die Bauchspecheldose mit drin. So, dann weiß ich, ob der Motor anspringt. So erkläre ich denen das immer, oder? Dann weiß ich, ob der Motor anspringt, ob der läuft. Und dann kommt die Code-Probe dazu, dann weiß ich, was der Motor hinten rausschmeißt. Und dann habe ich ein fertiges Bild. Und je nachdem, wie im Blutbild die Nierenwerte sind oder so, dann lasse ich vielleicht nochmal eine Urinprobe hinterschieben, aber das ist eher selten tatsächlich. Aber wo ich darauf hinaus will, dass dieses Denken, was wir haben, so, der ist noch nicht alt, der braucht kein geriatrisches Blutbild, das finde ich immer sehr schade eigentlich. Gerade weil ich da ja auch einen Verlauf habe. Mein Hund kriegt jedes Jahr ein großes Blutbild, ein geriatrisches und eine Kotprobe. Ich habe jetzt einen Verlauf, ich könnte dir jetzt das Blutbild von vor vier Jahren rausholen und weiß, wie hat sich die Leber verändert oder so. Das finde ich eigentlich gut.
SPEAKER_04Das habe ich immer tatsächlich schon vor Jahren angefangen. Bei jungen Hunden, wenn die 12, 14 Monate alt sind, ein Eigenblutbild erstellen. Als Eigenreferenz, weil die Blutnormalwerte, die wir haben, bei Menschen hast du wahrscheinlich hunderttausende Mal genommen als Normalwert. Aber wie macht man Normalwerte? Du nimmst von einer Population Blut zum Beispiel, wahrscheinlich hat man als tausend Hunde genommen oder ein paar tausend, hat gesagt, so für jeden Wert, das ist jetzt hier die Bandbreite, wo wir haben, dann nehmen wir den Mittelwert und dann sagt man Gausche Verteilungskurve, 10% Standardabweichung nach oben, nach unten, das ist dann der Normalbereich. Wir haben aber ja mittlerweile in den letzten 150 Jahren so viele neue Hunderassen, Wenn ich als Beispiel mal den Rhodesian Ridgeback nehme, der hat einfach viel mehr rote Blutkörperchen prozentual als andere Hunde als Yachthund. Wenn du aber einen älteren Rüden hast, zum Beispiel einen Richback, und du weißt nicht, was der hat, und du denkst irgendwie, der ist nicht gut drauf, irgendwas muss da sein. Du nimmst Blut und siehst, oh, der hat aber ganz viel rote Blutkörperchen. Nicht, dass der einen Knochentumor hat, der zu viel rote Blutkörperchen produziert, dann bewertest du solche Werte ganz anders, als wenn du sagst, das hatte der als Welpe schon. Oder wie viele Menschen haben zum Beispiel chronischen Eisenmangel? Die können Nägel kauen, also Metallnegeln, die können Tabletten nehmen ohne Ende, Eisenhut. Das bringt gar nichts. Aber du würdest natürlich, wenn du einen jungen Hund hast oder auch einen jungen Menschen und du sagst, ja, jedes Jahr hat der im Blut immer zu wenig Eisen, das ist bei dem einfach so, ohne dass der krank ist, auch im gesunden Moment. Aber wenn du das das erste Mal siehst, wenn der Zier oder der Mensch krank ist, interpretierst du das absolut über und nimmst das gleich als Hauptsymptom und sagst, okay, da haben wir es ja schon. Genau wie wenn ein Hund einfach einen Leberwert erhöht hat, gibt welche, die haben immer einen erhöhten Leberwert. Aber wenn du das erste Mal mit sieben Jahren in den Finger kriegst und sagst, oh, der Leberwert ist erhöht, wir finden nichts anderes, schürfen wir uns auf die Leber. Und das ist halt Quatsch. Deshalb lieber einmal, wenn der junge Hund ausgewachsen ist, einmal eine Eigenreferenz erstellen. Oder so wie du sagst, halt alle ein, zwei Jahre mal nochmal nachgucken, ist da noch alles okay oder verändert sich irgendwas. Dann siehst du natürlich auch im Frühstadium schon ganz viele Sachen.
SPEAKER_02Ja, also so mache ich es mit meinem Hund und ich lege das meinen Kunden immer nahe. Ob es es viele machen es auch nicht. Es ist ja tatsächlich auch eine Geldfrage, ne? Also so ein großes Blut plus geriatrisch und dann nehme ich mir noch ein PLI, ein TLI, ein CRP, nehme ich gerne, und Folsäure, Kobalamine, da bin ich auch ein Riesenfreund von, um das Zibo mal auszuschließen, je nachdem, wie das bei einem anderen Meser-Gespräch sich ergeben hat. Und das ist schon eine Nummer. Wenn du dann noch eine Codeprobe dazu nimmst, da bist du auch mal schnell bei 500 Kracher.
SPEAKER_04Aber jetzt wäck mal ab. Wenn du das früh erkennst und du siehst, ist alles okay, du sagst, oh, da läuft was schief, jetzt kann ich gegensteuern, oder du hast nachher einen chronisch kranken Hund. Ich habe schon Hunde gehabt mit einem Likigat, die ich dann unter meine Fettiche genommen habe, die sagten von wegen, oh Herr Wills, ihre Kosten, die sind nur der Tropfen auf dem heißen Stein, wir haben ja schon einen Kleinwagen in den Hund versenkt. Also da bist du schnell auch bei einem internistischen Problem, beim chronischen Durchfall, Hund, der dauernd zum Tierarzt kennt und dann hier was, da was, auch mal blutiger Kot, dann nochmal einen Notdienst. Da habe ich welche, die sagen, wir sind zwischen 10.000 bis 25.000 Euro beim Hund gelandet jetzt über die letzten drei Jahre.
SPEAKER_02Ja, tatsächlich, die habe ich auch. Weil komischerweise bin ich immer die letzte Instanz. Das hat wahrscheinlich genau wie du sagtest vorhin, ich habe halt nicht diese Autorität, dieses Hoheitsdenken ist halt da. Die gehen erst Tierklinik Essen, Tierklinik Düsseldorf und alle Tierärzte im Umkreis werden erst alle abgegrast, keiner kann helfen und dann stehen sie bei mir in der Tür.
SPEAKER_04Du musst ja auch das Glück haben, dass du jemanden wie dich oder mich findest. Ich meine, ich mache ja noch ganz viel online, auch über Podcasts, aber auch über YouTube. Du machst es ja hauptsächlich offline, aber selbst bei mir hier im Kreis, also ich habe wenige bei mir aus dem Kreis, die kommen, die meisten kommen online über meine Social-Media-Kanäle. Und trotzdem ist es da so, dass auch bei mir immer die kommen, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wenn es richtig schlimm ist. Weil manchmal ist auch der Leidensdruck nicht hoch genug, dass man sagt, jetzt machen wir so einen riesen Borai, dass wir sagen, wir stellen Futter um und wir machen dieses noch und wir gucken da nochmal und so weiter. Und dann auch jemanden zu finden, guck mal, du bist ja aus dem Humanmedizinbereich. Wie viele Patienten kennst du, die haben eine riesige Ärzte-Odyssier hinter sich, bis die bei dem einen Spezialisten gelandet sind, der gleich gesagt hat, weiß ich, was ich was wir haben, habe ich schon ein paar Fälle von gehabt, kriegen wir hin. Aber der leidensfähig bis dahin, bis sie den gefunden hatten oder bis die eine Empfehlung bekommen, man fragt doch mal da, der war meist schon ganz schön lang.
SPEAKER_02Henny, da kann ich dir aus eigener Erfahrung, du weißt das selber mit meinem Rückenproblem, mit meinem Nackenproblem. Ich habe nächste Woche, ne, am 11. habe ich wieder einen CT-Termin, weil jetzt ist angeblich die neueste Soto, die durchs Dorf getragen wird, ist Igel-Syndrom. Das ist irgendwie ein Dornfortsatz, hier irgendwo am Ohr, so ein Knöchelchen und der drückt mir wahrscheinlich immer auf den Vagusnerven. Wahrscheinlich, noch wissen sie es nicht. Aber überleg mal, wie viele Jahre ich schon mit dieser ganzen Problematik rumkasper. Und das ist auch wieder so eine richtig coole Geschichte, so ein durch einen Zufall. Maren hat einer gefragt, Symptome irgendwo ging es da drum. Da hat er das, das hat er erklärt, erklärt, erklärt. Und da hat Maren gesagt, sind wir beide verheiratet oder sitzt mein Mann woanders? Er hat die gleichen Symptome wie ich. Und der wollte diese Eagle-Syndrom-OP haben. Verrückt.
SPEAKER_04Ja, aber wie gesagt, dann gibt es solche Zufälle, wo du dann jemanden triffst, der das gleiche hat. Oder du triffst jemanden, der sagt, pass auf, da kenne ich einen Arzt oder einen Spezialisten, der das macht. Da musst du erstmal hinkommen. Also ich habe das ja auch, als ich das erste Video auf YouTube aufgenommen habe über Likigat, da schreiben die, das ist jetzt vier Jahre alt oder fünf, da schreiben mich jetzt noch Leute an und sagen, das Video haben sie doch über meinen Hund gedreht. Ich war schon bei so vielen Tierärzten, die sind der Erste, der jetzt genau zusammenfasst, was meinen Hund hat.
SPEAKER_02Ja, das kenne ich. Tatsächlich kenne ich das.
SPEAKER_04Aber wie gesagt, ich würde, und das machst du ja teilweise, insofern hoffe ich doch, dass viele Menschen in deinen Laden kommen und sich vorher beraten lassen, schon bevor der Hund krank ist, also wie ich beim gesunden Hund schon. Weil der Darm wirklich so ein Fundament ist und wir machen mehrere Fehler, weil die wenigsten wissen, durch diese Erstbesiedlung des Darmes, durch die Keime der Mutter, die Synapsenentwicklung im Gehirn beim Neugeborenen entwickelt sich parallel zur Darmenbesiedlung mit Keim. Und zwar genau in der Richtung. Das heißt, je besser die Darmflora ist, je mehr Bakterien, je mehr Artenvielfalt da ist, desto mehr Synapsen knüpft das Kind nicht Gehirn. Deshalb sind auch Kaiserschnittkinder benachteiligt, weil die erstmal eine viel schlechtere Darmflora haben. Die können das zwar aufholen, aber am Anfang hinken die erstmal hinterher. Und ganz erschreckend, man hat was bei Ratten getestet, also die durch Kaiserschnitt geholt, dass die keine Bakterien im Darm haben. Und man hat festgestellt, die sind kognitiv gestört und in den Sozialverhalten. Man hinter diesen Labyrinthgarten für Ratten, die laufen einmal durch und dann rennen die da durch, die kennen den Weg dann blind. Und Ratten, die eben durch Kaiserschnitt geholt wurden, die keine Darmbakterien haben, die können sich in diesen Irrgatten nicht orientieren. So massiv wichtig ist unser, man sagt ja auch, Bauchhirn. So sehr wirkt der Darm mit dem Gehirn und anderen Organen zusammen.
SPEAKER_02Ja, das ist auch wie mit der Darm-Hirenachse, was die Blutschranke überwinden kann und sowas. Aber das sind so tiefgehende Sachen, da brauchst du eigentlich einen Kunden nicht mitkommen.
SPEAKER_04Das ist auch immer, ich bin ja, du bist ja genau wie ich wahrscheinlich. Du bist ja der Erklärbär. Ich möchte immer, dass alle die Zusammenhänge verstehen. Darum verquatsche ich mich auch in der Praxis immer. Aber der Haken ist, ich denke immer, die müssen die Grundlage verstehen, warum das so komplex ist. Wollen die aber gar nicht und die verstehen es auch nicht die meisten. Außer die sich selber eingearbeitet haben, weil die sagen, keiner hört mir zu, keiner kann mir helfen, darum habe ich mich jetzt selber eingearbeitet. Also ich habe Kunden, die sind selber schon Spezialisten dafür und landen dann nur bei mir und fragen, wie behandeln wir das jetzt. Aber der Haken ist einfach, dass der Kunde sagt einfach nur, der will nur hören, ja, das kriegen wir hin und das machen wir jetzt.
SPEAKER_01Genau.
SPEAKER_04Und ich denke immer, ich muss doch diese Expertise zeigen, der muss doch verstehen, warum das so schwierig ist. Nee, müssen die nicht.
SPEAKER_02Ja, aber da bin ich tatsächlich wie du. Also mir ist es wichtig, dass der Kunde halt die physiologischen Hintergründe versteht, warum ich jetzt, welches Präparat zu welchem Zeitpunkt in welcher Menge, vor dem Frühstück, nach dem Frühstück, Sobamin, Erzaleine, Glutamin, was auch immer. Das ist mir schon teilweise wichtig. Und was du gerade sagtest, es ist natürlich auch ein bisschen Expertise nach außen tragen. Weil gerade bei mir, weil ich ja nur stationär arbeite oder noch nur stationär arbeite, ist es halt, bei mir geht es halt nur über Mundpropaganda. Und wenn der eine zum anderen sagt, du, pass auf, mein Hund hat das und das, ja, oh, da kenne ich einen, geh mal dahin, der hat Ahnung, das ist für mich natürlich Gold wert.
SPEAKER_04Also deshalb an alle Podcast-Hörer, alle, die aus der Gegend HEMA sind, H-E-M-E-R, Sauerland, ne?
SPEAKER_02Das ist genau im Sauerland.
SPEAKER_04Dann geht zum Schleckermäulchen, andere Knüwe, da wird dich geholfen. Da wird dir geholfen. Oder deinem Vierbeine entsprechend. Ja, und ein weiterer Fehler, den wir machen, ist einfach, wir entfernen uns ein bisschen von der Natur. Du hast vorhin ja gesagt, du führt aus deinem Hund gerne gemischt alles. Das ist ja auch früher in der Natur, da gab es auch nicht immer jeden Tag das Gleiche. Der Hund frisst auch relativ abwechslungsreich. Yachterfolg vorausgesetzt in freier Wildbahn. Der Haken ist aber, wenn wir uns mal anschauen, was machen wir denn beim Menschen, da ist es so, dass wenn wir das Kind abstehlen, dann weiß ich, dann kriegen die erstmal Karottenbrei. Und wenn das Baby dann gut verträgt, kommt vielleicht ein bisschen Rindfleisch damit zu. Und wenn das gut vertragen wird, kommt dann das nächste dabei. Aber immer schön eins nach dem anderen. Und es wird geguckt, vertragen die das. Was machen wir denn beim Hund? Mama-Hund würde auch einfach nur eine Ente bringen oder ein Kaninchen. Aber wir stellen dem Hund optimalerweise beim Züchter, weil es ja gesponsert wird, oftmals eine Kacheltrockenfutter hin. Und da sind schon fünf verschiedene Proteine drin, verschiedene tierische Nebenprodukte, Konservierungsstoffe, Fettstabilisatoren, künstliche Vitamine und so weiter. Und damit ist einfach dieser kindliche oder jungwelpige Darm, wie man auch mal sagen will, von diesem Neugeborenen, einfach völlig überfordert mit dieser ganzen Chemie. So, und das ist einfach das große Problem, das machen wir beim Kind auch nicht. Am Anfang, alles dosiert einzeln, um den Körper an diese Allergene zu gewöhnen und nicht zu überfrachten, weil das überfordert das Immunsystem. Später dann ja, alles durchwechseln, alles abwechslungsreich, aber nicht so früh. Und den Fehler machen wir eigentlich immer beim Hund.
SPEAKER_02Genau, das sehe ich auch bei mir in der Praxis ganz oft. Die Kunden fragen mich auch, soll ich das noch geben? Und ich sage, nein, gibt nicht alles durcheinander. Also ich sage immer, meine Kunden, einmal laufen, einmal fliegen, einmal schwimmen. Also das mache ich mit meinem Hund so, der kriegt in der Woche seinen Rind, sein Huhn, sein Lachs. Das wächse ich ihm ab, so wie er da Bock drauf hat, das erzählt er mir schon, weil die Hunde sprechen ja mit uns, wir müssen nur lernen, das zu lesen. Und da bleibe ich halt bei. Wenn ich wirklich mal eine Ausschuss-Dät machen müsste, was ich nicht hoffe, wo ich nicht von ausgehe bei ihm, aber dann habe ich Proteine offen. Ich habe dann auch Proteine in der Hinterhand, die ich dann benutzen könnte in der Regel, aber ich bin da auch nicht so ein Freund von so vielen verschiedenen Proteinen. Die sollen verschiedene Sachen haben, um die Aminosäurenspiegel und sowas, alles abzudecken, dass das alles voll da ist, was die brauchen. Aber ganz so viel brauchen die nicht. Also meiner kriegt drei Proteine und fertig.
SPEAKER_04Ja, und da vielleicht auch nochmal Appell an unsere Hörer, bevor ihr dann selber rumdoktert, und wir haben schon mal das, die meisten kommen zu mir und sagen, wir haben schon das Futter probiert und das Futter und das Futter und das Futter. Die können mir auch die meisten aufzählen, dann google ich die schnell und gucke, wie die Zusatz sind. Ich kann ihnen gar nicht sagen, welches Eiweiß wir zuerst probieren sollen bei einer Ausschlussdiät. Weil eigentlich hat Ihr Hund schon alles gehabt. Und das zweite Problem ist, auf den meisten Futtern ist es ja gar nicht deklariert. Da steht dann tierische Nebenprodukte. Da können dann schon fünf verschiedene Eiweiß sein. Dutterst du deinem Hund vielleicht Krokodil oder irgendwas ausgefallen ist und sagst, Zapalot, der verträgt es einfach nicht. Der kann doch nur, der hat doch noch nie Krokodil gefressen. Ja, es reicht ja, und das vermisse ich auf Tierfuttern ganz gewaltig, diese Allergikerinformation, kann Spuren von Punkt, Punkt, Punkt enthalten. Es reicht ja, wenn du eine Fabrik hast, wo auch meinetwegen, bleiben wir mal bei was so exotischen wie Alligator oder Krokodil, verarbeitet wird und ein paar Spuren von diesem Fleisch verunreinigen das Förderband oder fliegen darüber, dann hat dein Hund impulsweise immer ein bisschen von diesem Eiweiß bekommen. Du hast aber nie wissen, wie Krokodil gefüttert und der verträgt es aber nicht.
SPEAKER_02Genau. Genau das ist das ja, weil man sagt ja, wenn der Hund ein Protein zweimal bekommen hat, hat sich das im Modsystem abgespeichert. Und dann ist das eigentlich verschossen, das Protein. Deswegen ist es, also mit so einer Ausschusswelt, das ist echt schwierig teilweise umzusetzen. Und auch, das ist ja, wenn man mit seinem Hund spazieren hat, wir wissen es alle selber, der Hund rennt ein bisschen vor, wenn er nicht angeleiht ist. Dann kommt Oma Lisbett, ja, guck mal, du bist aber süß, zack, und wieder irgendwas rein.
SPEAKER_04Und die Kinder zu Hause, die lassen es fallen oder du krümmelst am Kühlschrank und der Hund ist so schnell da, so schnell kannst du nicht. Also eine richtig sture Ausschlussdiät über acht bis zwölf Wochen, die ist in meinen Augen fast nicht praktikabel.
SPEAKER_02Ja, sehe ich auch so. Ist nicht, ist, funktioniert einfach nicht. Hört sich auch ein Papier gut an.
SPEAKER_04Du hast ja auch da wieder einen gravierenden Mangel. Das heißt, ich sage immer, eins der Hauptprobleme ist natürlich A, dass der Hund nicht mehr in seinem normalen Habitat lebt und auch nicht mehr seine normale Fütterung bekommt. Der weiß schon, was er eigentlich fressen will, aber der kann nicht einkaufen gehen und er kann den Kühlschort nicht aufmachen. Und auch wir leben nicht mehr in unserem Habitat. Wir sind eigentlich gewöhnt, um 1900 hat sich der Deutsche noch im Schnitt 30 Kilometer am Tag bewegt. Wir sind nicht zum Sitzen gemacht, wir sind zum Laufen gemacht. So, heutzutage ist die Statistik 1200 Meter am Tag. 1200 Meter. Und auch der Hund, der nur noch rumliegt, und wir kriegen kaum noch Vitamin D, weil eigentlich hast du Vitamin D nur zwischen 11 und 2. Und Vitamin D ist an 20.000 Stoffwechselvorgängen beteiligt beim Hund über Menschen. Der Hund hat es früher ein Beutetier gehabt. Ich bin auch überzeugt, dass alle Hunde Vitamin D unterverseucht sind mittlerweile. Also sich substituieren auch allen Vitamin D. Omega-3, früher im Hundefutter drin im Gehirn und Rückenmarkt, wird seit BSE nicht mehr verarbeitet. Naja, aus Landpflanzen, wenn da steht raus, Rapsöl oder so ein Scheiß oder Distelöl oder sowas, kann der Hund gar nicht verarbeiten. Zumindest nur als Fett, aber nicht als Omega-3. Und Lachs hat schon lange kein Omega-3 mehr, das hat nämlich viel zu viel Omega-6 und dann sind wir da. Omega-6 brauchen wir zur Entzündungsförderung, wenn wir es heilen soll. Aber wenn wir einen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren haben, dann haben wir diese sogenannten stellen Entzündungen, beim Menschen, besonders im Herz-Kreislauf. Und dann haben wir beim Hund auch wieder Entzündungen im Darm, dann sind wir wieder beim Likigat, dann haben wir andere Entzündungen und so weiter. Das heißt, wenn wir dann nicht hingehen und sagen, wir geben Algenöl oder ein Dorschöl oder sowas in die Richtung, dann haben wir das nächste Problem schon wieder. Und das sind so zwei kleine Sachen, die man substituieren kann beim Hund, die Vitamin D, Omega-3, die schon eine ganze Menge bringen. Aber wenn das in jungen Jahren fehlt, ist das besonders schlimm, auch bei der Hündin, weil wir fangen ja, der Hund und auch wir mit einer Zelle an, wenn wir befruchtet werden. Und bei jeder Teilung und auch im Stoffwechsel werden ja bestimmte Dinge gebraucht. Vitamine, Nährstoffe und so weiter. Und jedes Mal, wenn was fehlt, ist die nachfolgende Zelle schlechter als die alte, weil irgendein Baustein gefehlt hat. Oder es hat, das weiß man ja mittlerweile auch in der Schwangerschaft, dass es Fehlbildungen gibt, wenn bestimmte Dinge zu bestimmten Zeiten fehlen bei der Mutter, wie Omega-3, Selen, Vitamin D und andere Sachen, Vitamin B, Folsäure. So, da substituieren wir ja bei den Müttern schon eine ganze Menge. Aber wenn natürlich ein heranwachsendes Baby, wenn da was fehlt, oder ein Kleinkind oder auch ein kleiner Hund, dann ist ja vorprogrammiert, dass deshalb, wir werden ja deutlich älter, aber zu welchen Bedingungen? Wir haben ja früher so viele Krankheiten beim Hund gar nicht gehabt. Wir haben ja vor 30 Jahren keine so schweren Allergiker gehabt. Ich habe auch bei Menschen vor 30 Jahren keinen gekannt mit Morbus Kron, Kolinz-Ocrosa, Hashimoto. Ich habe auch niemanden gekannt mit Glutenintoleranz oder Lactoseintoleranz. Das ist alles neu, genauso solche Dinge. Und da sind wir wieder beim Auto. Das ist, wie wenn du einen Ferrari kaufst und sagst, ich tanke aber nur so einen Billigsprit und ich mache auch keinen Ölwechsel oder sowas, dann sagt dir jeder, dann kannst du das Auto nach ein paar Jahren wegschmeißen. Und so gehen wir aber mit einem biologischen Organismus um, der viel kompensieren kann, aber wenn dem zu viel fehlt, sagt er irgendwann auch so, jetzt reizt mir. Und deshalb sind wir beim Menschen so, dass wir mit 50 haben die meisten schon vier Tabletten, die sie jeden Tag nehmen müssen.
SPEAKER_02Genau, so sehe ich das auch. Das ist auch so, also laut meiner bescheidenen Meinung ist es ja auch so, ist mit den Hunden Leber, Niere. Sind wir bei dem Thema Kohlenhydrate? Ich bin ein Riesenfreund von Kohlenhydrate. Viele Leute sagen, ich fütter meinen Hund keine Kohlenhydrate, die können das nicht verdauen. Ich sage, doch, das können die mittlerweile durch die Amylas. Und nachher werden die Hunde alle Nieren und Leberkrank. Ich sage, ja, warum ist das denn so? Weil die halt über den ganzen Lebenszyklus keine Kohlenhydrate bekommen und mussten sich ihre Energie immer außer Leber ziehen. Dabei entsteht Ammoniak. Ammoniak muss wieder verstopftwechselt werden über Leber und Niere. Und die Leber und Niere ist immer durchbelastet und dann erkläre ich den meinen Kunden immer, das ist wie ein Alkoholiker halt, der säuft 30 Jahre, die Leber kompensiert das und irgendwann sagt sie so, jetzt ist hier Schluss und dann fällt das Kartenauschen sich zusammen und der Hund ist in der Regel dann innerhalb von wenigen Monaten auch verstorben. Das ist dann so ein Ding, Jungs, sag ich immer, hüttert jetzt Kohlenhydrate, ganz moderat, das muss man dann schön ausrechnen, wie viel der Hund braucht. Und ein bisschen Marienistel dazu manchmal und dann gucken wir mal, wie das Programm läuft.
SPEAKER_04Also das kann ich noch ein bisschen vertiefen, weil das ist auch für mich immer so ein ganz wichtiges Thema. Eiweiße dienen nicht der Energiegewinnung, sondern nur Fette und Kohlenhydrate. Eiweiße sind nur Bausteine, wie so ein Ziegelstein für einen Hausbau. Immer dann, wenn aber der Körper einen Energiemangel hat, und das haben die im normalen Futter, wenn Kohlenhydrate und Fette fehlen, in der Dose zum Beispiel. Trockenfutter haben einfach 30% Kohlenhydrate im Schnitt. Dann sagt der Körper, ich muss aber jetzt Eiweiße verbrennen, weil ich habe einen Energiemangel. Das gleiche ist, wie wenn wir beide sagen würden, ey komm, André, wir grillen und heute Abend schön 800 Gramm Tomahawk-Steak auf dem Grill. Ich, obwohl ich vielleicht groß und schwer bin, ich brauche nur 200 Gramm Eiweiß am Tag. Das ist eine Hühnerbrust. Alles andere, was ich dann darüber hinaus esse, zum Beispiel so ein 800 Gramm Steak, sagt mein Körper, sag mal, hast du einen Vogel, was soll ich denn damit? Dann muss nämlich der Körper diese überschüssigen Eiweiße verbrennen, genau über den Energiemangel. Und dann ist, so wie du sagst, entsteht ganz viel Harnstoff, weil alle Eiweiße enthalten Harnstoff und dann in einem biologischen Organismus Harnstoff und Ammoniak. Ammoniak ist eine scharfe Säure, Harnstoff ist auch giftig, das heißt, der Körper sagt, ich muss das irgendwie loswerden. Auf Teufel komm raus. Und das, so wie du sagst, belastet Leber und Niere dauerhaft, chronisch. Und das rächt sich halt irgendwann. Deshalb, ja, unbedingt Fette und Kohlenhydrate, ganz, ganz wichtig. Auch bei Menschen ist es so, bei Menschen haben wir halt einfach einen Kohlenhydrateüberfluss. Das hatten wir halt nicht. Wir haben halt so viele Wohlstandskrankheiten, durch zu viel Kohlenhydrate, weil nämlich bei uns ist es so, der Körper kann besser Fette verbrennen und Kohlenhydrate sagt er, oh geil, kann ich speichern. Das heißt, auch da immer die Dosis macht das Gift. Früher hast du halt keinen Zucker gehabt und wir haben jetzt mittlerweile überall Zucker drin. Das ist halt schon ein Riesenproblem.
SPEAKER_01Genau, ja, sehe ich auch so. Da bin ich bei dir, Henning.
SPEAKER_04Ja, aber das ist schade, dass es sowas nicht in Lehrbüchern schaffen. Und ich glaube auch da, die meisten Tierärzte würden lieber gesunde Hunde beraten, dass die gar nicht erst krank werden und dann nur im Notfall eingreifen, als den ganzen Tag nur Krankheiten sehen und behandeln.
SPEAKER_02Ja, das ist halt das große Problem, was ich vorhin schon mal sagte. Die haben einfach die Zeit nicht. Die können sich nur um Krankheit kümmern, nicht um Gesundheit. Und ich mache es halt andersrum. Ich kümmere mich, versuche mich dann, wenn die Hunde krank kommen, jetzt mich um die Gesundheit zu kümmern. Das ist, glaube ich, eine ganz gute Symbiose, aber ich weiß ja nicht, das ist wahrscheinlich von Region zu Region auch so ein bisschen verschieden, aber bei uns in HEMA bin ich schon so ein bisschen der Ketzer für die Tierärzte, weil ich einfach anders arbeite.
SPEAKER_04Natürlich auch. Da gibt es auch andere ein paar ja auch, die so wie ich sind, die meisten sind die Ketzer. Wobei ich da die Tierärzte noch einen Schutz nehme, ein paar andere, die ziehen dann auch über die Tierärzte her. Ich sage ja, die haben einfach die Zeit gar nicht. Aber wo du vorhin auch so einen Betrag genannt hattest, was dann so Blutbild und sowas kostet, muss ich sagen, es gibt einen schönen Spruch und den kannst du nicht nur für Zeit ausdehnen, sondern auch auf Geld. Nimm dir frühzeitig Zeit für deine Gesundheit, sonst hast du später viel Zeit, sich um deine Krankheiten zu kümmern. Das stimmt. Bei Finanzen genauso. Also du kannst besser jetzt ein bisschen Geld in zum Beispiel eine Beratung bei dir, in so eine Blutuntersuchung und auch vielleicht in ein hochwertigeres Futter investieren, als dann zu sagen, später, oh shit, jetzt ist das Tier krank, jetzt muss ich in einer Tour therapieren und jetzt muss ich das noch dazu holen, jetzt muss ich das noch machen. Das wird wirklich am Ende aufwendiger und macht dann halt auch weniger Spaß, es ist dann einfach viel weniger Lebensqualität.
SPEAKER_02Ja, ja, vor allem die Tiere quälen sich ja auch. Teilweise. Ich habe manchmal Hunde, ich hochallergiker, die haben Hotspots, diesen Knallrot von oben bis unten. Also die Hunde zu sehen, das tut mir in meiner Seele weh. Aber das ist halt, das ist vor allem, das ist ja so ein langwieriger Prozess. Wenn ich so einen Hund habe, bis ich den wieder so ein bisschen auf die Füße habe, das ist ja Minimum ein halbes Ziel.
SPEAKER_04Das dauert ja ewig.
SPEAKER_02Ja, eben, genau. Und da musste halt eigentlich therapie ich auch einen Schulfach die Besitzer mit. Weil die kommen zu mir und sagen, so, hier ist mein Hund jetzt, ich gebe dir mal da gefühlt eine Woche und dann muss alles wieder passen. Funktioniert eben nicht. Das sage ich denen zwar schon im Vorgespräch, aber die musst du schon mit bei der Stange halten, damit die auch dem Tier weiterhin helfen. Das ist ein ganz wichtiger Faktor immer, finde ich.
SPEAKER_04Da vor allen Dingen ist auch für Besitzer meistens der Leidensdruck hoch, wenn die halt dauernd eitrige Ohren haben, wenn der Besitzer dauernd nachts raus muss, weil der Hund durchfall hat, wenn er wach wird, weil der Hund die Pfoten schlägt und er sich schubert und kratzt und der Hund jammert. Das ist schon so. Aber da sind wir auch an so einem Punkt wieder Eigenverantwortung. Sowohl für die Gesundheit von seinem Hund als auch vom Menschen, für sich selber. Und wir sind in Deutschland an so einem Punkt, wo wir einfach zu viel abgeben an andere. Also der Staat kümmert sich um meine Rente und ich habe ja hier das gemacht, die Krankenversicherungen oder mein Arzt, der hat, ich wird nicht besser, der hat mir die falschen Tabletten aufgeschrieben. Nee, nee, ich muss mich selber um meine Gesundheit kümmern. Und wenn ich gar nicht mehr weiter weiß, dann hole ich mir eine Fachexpertise. Aber mir obliegt das, mich da zu informieren, wie lebe ich das? Denn halbwegs gesund, sodass ich halt vielleicht in Frieden oder in Genuss alt werden kann.
SPEAKER_02Ja, das stimmt, das ist aber schwierig heutzutage. Also, das ist genau so, wie du sagst. Gerade wenn die Hunde echt krank sind, erwarten die von mir, dass ich wirklich jeden einzelnen Schritt genau erkläre, genau kommuniziere. Wenn das nicht funktioniert, wenn er irgendein Präparat, ein Supplement nicht verträgt, gerade weil es selbst bei Glutamin, das muss er ganz vorsichtig einschleichen, sonst geht das System nach hinten los. Dann entgegen meines Rates, dann setzen die das sofort ab, weil das hat er nicht vertragen. Das habe ich abgesetzt, aber wie gesagt, dann kommen wir nie zum Ziel. Dann nehme ich die Dosierung zurück auf diese Ration, wo er es vertragen hat, bevor das Theater dann wieder losging. Und dann fangen wir wieder von vorne an, ganz langsam einsteigen. Aber das ist so schwer, dann teilweise mit den Menschen auch zu arbeiten. Das ist ja auch der Grund, warum ich aus der Humanepsie ein Stück weit raus bin, weil das einfach schwierig ist mit Menschen tatsächlich.
SPEAKER_04Aber darum ist das sinnvoll, auch was du machst. Ich habe das ja auch vor ein paar Jahren angefangen, so eine Betreuung über WhatsApp-Support. Du machst das ja ähnlich, so eine Betreuung. Weil eben es ganz schwer ist und auch nur mit wirklich Erfahrung von dir oder von mir zu beurteilen, ist, oh ja, jetzt habe ich Glutamin gegeben, jetzt ist der Durchfall schlimmer. Ja, ist das denn jetzt wirklich, dass das nicht verträgt? Oder ist es eine Entgiftungsreaktion, dass der Darm sagt, ich habe jetzt endlich wieder Energie, ich kann jetzt mal rausschmeißen und hier mal alles, was ich nicht brauche, raushauen. Und das kann der Besitzer fast nicht beurteilen und interpretiert das in der Regel, nämlich genau falsch. Also ich habe ja gelernt, von zwei Möglichkeiten immer die anderen nehmen. Der Besitzer nimmt dann immer die falsche. Aber es ist auch nicht einfach. Also auch wir haben da lange Erfahrung für gebraucht, dann wirklich rauszuhören, okay, wie hat sich das verändert, wie ist das Symptom? Ist das jetzt eine Besserung, obwohl es schlimmer aussieht und der Körper, aber einfach jetzt mal aufatmet und durchräumt, oder ist es wirklich eine Unverträglichkeit und eine Verschlechterung?
SPEAKER_02Genau. Also so mache ich das in der Regel dann auch. Da schickt mir mal ein Bild von dem Code und schickt mir, wenn er erbrochen hat, schickt mir immer Bilder, Bilder, Bilder, dann kann ich das, der Code und auch das Erbrochen, das spricht ja auch mit uns. Wir können ja so viel da rauslesen. Für meinen Kunden ist es halt ein Haufen und ein Code und ich kann da relativ viel rauslesen. Kann ich sowas auch, bleib ruhig. Das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers. Mach ganz langsam weiter und dann, wir kommen schon zum Ziel.
SPEAKER_04Dann wirst du das gleiche Problem wie ich haben, wenn du dann irgendwo zu Hause hingehst und sagst, ich muss dir mal ein Foto zeigen und dann scrollst du durch deine Fotogalerie und dann machst du dir erstmal 30 Kackhaufen.
SPEAKER_02Genau. Das ist eigentlich witzig. Ich sage immer so, morgens um sechs das erste und abends um zehn den letzten Kackhaufen. Ich habe nicht gezählt, aber ich weiß nicht, wie viele hunderte, tausende Kackhaufen-Handys-Bilder ich auf meinem Handy, aber das ist echt verrückte.
SPEAKER_04Fotobuch mit rausbringen. Ja, sicher. Ich weiß, es gab mal so ein Fotobuch von Kackhaufen und dann entsprechend auf der anderen Seite dann das Tier dazu, dass man am Kackhaufen erkennen musste, wild Tiere, was ist das für ein Tier? Wäre aber da mal entspannt wegen Symptomatik des Hundes.
SPEAKER_02Ja, na klar. Also schon cool. Das ist letztendlich ein feiner Job mittlerweile. Ich mach das gerne, gehe jeden Tag gerne hin.
SPEAKER_04Ja. Auch da können wir die Tierärzte wieder einen Schutz nehmen, weil stell dir vor, jetzt würden, du hast jeden Tag in der Praxis fünf Durchfallhunde und jeder schickt dann noch Bilder vom Kackhaufen und vom Abrochen und so, da würdest du als Tierarzt nicht mehr fertig werden. Das ist fachlich gar nicht zu leisten. Also insofern, ich bin immer ein Riesen-Fan davon, holt euch eine Zweitmeinung, auch beim Tierarzt, wenn einer bei mir sagt, so von wegen so hoch, ich hole mir selber oftmals eine Zweitmeinung und sage, ich habe dann Verdacht, aber im Röntgenbild, ich bin nicht so ganz sicher, wir holen uns mal in der Klinik noch eine Zweitmeinung. Und es ist völlig okay, wenn ihr einen Tierarzt wechselt oder wenn ihr euch einen Tieralpraktiker oder einen Hundeernährungsberater zur Hand nehmt, der entsprechend dann für vielleicht euer Problem auch die entsprechende Fachexpertise hat, wie zum Beispiel der André. Und dann holt euch einfach eine zweite Drittmeinung und schaut einfach, wo passt euer Bauchgefühl, wo habt ihr vielleicht so die Idee oder so das Gefühl, oh ja, da werde ich ernst genommen und der betreut mich auch gescheit, was halt andere vielleicht nicht leisten können.
SPEAKER_02Es ist ja sogar so, oder ich empfinde, das ist ja sogar ein Zeichen, für mich ist das ein Zeichen von Größe, ne? Wenn ein T-Arzt sagt, pass auf, ich komme mal an diesem Punkt nicht mehr weiter, guck mal, ob du jemand anders findest. Als statt selber immer weiter zu doktern, irgendwie wieder was Neues auszuprobieren, finde ich das tatsächlich groß, wenn einer dann wirklich den schneitern und sagt, pass auf, ich bin mit meiner Latein am Ende, versuch mal dahin zu gehen. Aber das muss man erstmal drauf haben.
SPEAKER_04Das ist einfach so. Ja, das ist, du hast einen Charakterzug. Also ich habe das früh gelernt, da bin ich den Reptilien sehr dankbar. Weil ich habe bei Reptilien das früh gelernt, dass das eigentlich von meiner Kundschaft honoriert wird. Weil wenn einer mit einem kranken Reptil kommt, dann weiß ich das Medizinische bei dem Tier. Ich brauche dem nichts über Haltung erzählen, weil es gibt genau ein Fachbuch über dieses Tier, weil das ein ganz seltenes ist. Da brauche ich dem nichts über Haltung und Fütterung und sonst was erzählen. Ich kann nur sagen, warum ist das Tier jetzt krank und so weiter. Und da ist es so, dass einige Reptilien sehr selten gehalten werden und auch die Reptilmedizin längst fachlich nicht so verbreitet ist und es da auch nicht so viel Fachliteratur und so weiter gibt. Das heißt, wir haben einen kleinen Kreis von reptilienkundigen Tierärzten, die dann auch sich in Gruppen austauschen oder du fugst mal schnell einen an und sagst, hey Kollege, sag mal, hast du so einen Pfeil schon mal gehabt? Und deshalb wird es da von den Tierbesitzern erst recht honoriert, weil die das wissen. Die sagen, die Echse hat der Herr Wilz noch nie auf dem Tisch gehabt, weil davon gibt es nur fünf Halter in Deutschland. Dann brauche ich mit bestimmten Sachen gar nicht kommen. Und die honorieren das erst recht, wenn man sagt, oh, da bin ich ja überfragt, aber ich tausche mich kurz im Kollegen aus, da weiß ich, der hat schon mal so ein Tier behandelt. So, und das habe ich aber schon vor 20 Jahren, als ich die Praxis aufgemacht habe, auch auf alle Tierarzt gemünzt. Und ich habe immer positives Feedback bekommen, auch von Kunden, die gesagt haben: Na, Herr Wills, können Sie den Ultraschall nicht machen. Ich sage, nee, mein Gerät ist nicht so gut, ich bin auch nicht der beste Ultraschaller. Tun Sie mir den Gefallen, gehen Sie da und dahin. Und dann kommen die wieder und sagen: Na, wir wollten ja eigentlich unbedingt darauf bestehen, dass Sie das machen, weil wir haben nur Vertrauen, aber wir waren da hervorragend aufgehoben und jetzt sind wir wieder da. Weil die das honorieren, dass du sie überweist und dann zufrieden sind, wenn die selber sich eine Zweitmeinung nachher holen, dann sind die angepisst, weil sich ja viele Kollegen auch nicht grün sind, die sagen dann, wie kann der so lange warten und dass sie erst jetzt kommen, um um Gottes Willen. Deshalb hole ich mir mit denen lieber zusammen die zweiten Meinung und dann sind die super zufrieden und kommen auch alle wieder.
SPEAKER_02Ja, perfekt. Ist ein guter taktischer Zug tatsächlich, ja. Nur ich habe natürlich halt so ein bisschen dieses Problem, dass Tierärzte mich ja nicht auf Augenhöhe ansehen. Das ist ja so ein bisschen. Es ist ein bisschen tricky bei uns hier, tatsächlich.
SPEAKER_04Ja, da wird irgendwann einer kommen, der sieht einfach, dass du in vielen Bereichen Erfolge hast und arbeitet auch mit dir zusammen. Das ist nur Frage der Zeit.
SPEAKER_01Dann warte ich noch ein bisschen.
SPEAKER_04Was mich eben auch an Tierärzten oder Humanbereich stellt, weißt du ja, ich bin auch in vielen Networks tätig, wo ich dann manchmal Sachen habe, sowohl am Tier als auch beim Menschen, wo du dann hingehst und die Leute gehen dann zu ihrem Hausarzt, sei es Mensch oder Tier, zurück und sagen, hat ein chronisches Problem, der Tierarzt hat sich hinbekommen und plötzlich ist das Tier gesund. So, und dann fragt er, was haben Sie denn gemacht? Ja, hier so und so und so. Und dann würde ich doch erwarten, wenn ein Arzt wirklich an seinem Patienten interessiert ist, der sagt, erzählen Sie mal genau, wie haben Sie das denn gemacht? Als Expertise oder als Idee für andere gleichgelegene Fälle gesagt, ey cool, die haben den hingekriegt, hätte ich nie gedacht. Vielleicht kann ich das ja übernehmen für andere. Nee. Gerade bei Alternativsachen ist so, oh, da hat er Glück gehabt oder tun das ab. Okay, so, Feierabend. Und das finde ich so schade. Dass man aus solchen Sachen nicht lernen möchte.
SPEAKER_02Das stimmt. Also ich mache das mit meinen Patienten so, das ist eigentlich ganz cool, finde ich. Es gibt ja hier von Microsoft dieses OneNote und da habe ich praktisch so eine Mastervorlage erstellt und das kriegt jeder Patient von mir oder jeder Kunde kriegt das raus. Also die schicke ich raus und füllen die das aus, was passiert ist, genau heute hat er den Code und morgen hat er das und dies und jenes. Und dann filtere ich mir das zusammen und mache da dann praktisch so ein Casebook raus. Das Casebook stelle ich dann meinen Kunden dann wieder in diesem OneNote zur Verfügung. Der nächste Plan ist, dass ich die Kunden irgendwie zusammenführen will, dass die sich untereinander auch austauschen. Dann bin ich so ein bisschen entlastet, weißt du, was ich meine? Dann können die ihre Fälle, ich habe das dann so ein bisschen im Griff oder im Auge, aber erstmal können die selber so ein bisschen, man lernt ja auch dabei, wenn ich alles immer vorgekaut bekomme, kapiere ich es nicht. Ich kriege jetzt irgendwas gesagt, das setze ich um. Aber wenn ich es nächsten Monat wieder machen soll, weiß ich nicht mehr, was soll ich machen und ich weiß auch nicht mal, warum ich es machen soll. Und das ist dann halt ein Problem.
SPEAKER_04Absolut. Absolut. Ja, da finde ich bestimmt, was du mit so einem Mitgliederbereich organisierst oder sowas.
SPEAKER_02Ja, ich bin ja, wir kennen uns ja schon lange, haben wir ja festgestellt, ich bin ja ja richtig ein cooler Typ, was so EDV aktiv ist. Da kenne ich mich richtig cool mit aus. Das ist für mich immer.
SPEAKER_04Ja, man kann nicht alles können.
SPEAKER_02Ja, es ist für mich schwer, tatsächlich. Da fehlt mir einfach eine Lust zu hängen. Weißt du, das ist das. Ich habe da keine Ambition, da großartig mich da reinzuhängen. Das muss schnell gehen, funktionieren, vernünftig, aber weil ich gebe die Zeit lieber mit an die Hunde weiter und nicht an irgendwelchen EDV-Mist.
SPEAKER_04Frage mich mal, wenn ich in der Praxis Papierkram machen muss. Ich muss immer so einen Bock Pegel sammeln über zwei, drei Wochen und wenn ich mich da dran setze, dann rausche ich das durch. Aber das dauert immer lange, bis ich mich dran setze, weil ich auch lieber andere Sachen mache.
SPEAKER_02Ja, das glaube ich dir. Das kann ich verstehen.
SPEAKER_04Ja, sehr, sehr cooles Gespräch, André. Hat mich in vielen Dingen nochmal bestärkt. Hat mir nochmal tiefer Einblicke gegeben. Gerade der Tipp im Pfänchel ist cool. Ich gebe dir auch noch einen coolen Hack. Ich habe gute Erfahrungen bei einigen sehr therapieresistenten Tieren mit fermentierten Sachen. Wie zum Beispiel Sauerkraut. Und mein absoluter Hack ist zum Beispiel Wasserkäfe. Wasserkäfe? Wasserkäfe, du kannst Käfiknollen bestellen, das sehen aus wie kleine Kristalle, so groß.
SPEAKER_02Die habe ich.
SPEAKER_04Die hast du?
SPEAKER_02Ja, hab ich hier, die nehme ich selber.
SPEAKER_04Und das ist für ein Hund. Alle sagen jetzt wieder verwirkend, ja, weil es ja 0,5% Alkohol drin oder sowas. Ich sage, ja, das ist überhaupt nicht schlimm. So eine ganz kleine Menge Alkohol, die schädigt den Hund nicht direkt, aber diese ganzen sekundären Stoffe, die die Käfirknollen produzieren, das ist manchmal ein echter Gamechanger. Diese ganzen sekundären Stoffe, man weiß mittlerweile auch, da gibt es den schönen Begriff Epigenetik, man hat gedacht, irgendwann wird beim Menschen zumindest so, jetzt haben wir das menschliche Genom entschlüsselt und wenn wir das aufmachen, ist ein großer hell erleuchter Saal und wir wissen alles und was haben wir festgestellt, wir wissen gar nichts, weil wir nämlich nur so und so viele hunderte tausende Gene hatten, genauso viel wie so eine Kieselalge. Und die können nicht alle komplexen Vorgänge in unserem Körper bestimmen. Aber das ist quasi so, dass unsere Gene sind, die sind die Bibliothek, aber ein Buch liest sich nicht alleine. Das heißt, wir brauchen sekundäre Pflanzenstoffe, Mineralstoffe, Selen und solche Sachen, diese Polyphenole und alles Mögliche, die docken an die Zelle an und die sorgen dafür, dass bestimmte Dinge abgelesen werden. Das fällt in den Bereich Epigenetik. Das heißt, deine Zelle will bestimmte Dinge tun, wie sie zum Beispiel, wie sie sich teilt, wie sie bestimmte Sachen entgiftet, wie sie bestimmte Hormone produziert. Das kann sie aber nur, wenn entsprechende Stoffe wie zum Beispiel Vitamin D oder ein Polyphenol oder sonst was dazukommen. Und sonst kann sie das gar nicht. So, und das ist ganz, ganz spannend in meinen Augen gewesen, wo ich sage, und deshalb ja, viel variabel machen, auch Hunden Gemüse geben, auch ein bisschen Obst, also möglichst breit füttern, wenn es verträgt, das nach und nach austesten, aber deshalb so breit wie möglich einen Speiseplan halten. Früher dadurch, dass er den Magen und sowas von den Pflanzenfressern mitgefressen hat, hat er sehr vieles bekommen. Den Luxus hat er nicht mehr. Und auch wir essen sehr, sehr einseitig, auch wir sollten mehr essen. Also alleine zum Beispiel bei uns Bitterstoffe, Schikorre oder sowas. Man hat ja den ganzen Salaten und sowas die Bitterstoffe weggezüchtet, aber unsere Leber liebt bitter, die kann nur entgiften, wenn sie bittere Stoffe bekommt. Da gibt es ja mittlerweile Bitterstoffe oder Bittertropfen sogar, aber wenn man hin und wieder was Bitteres isst, ist das schon für die Leber ein Gamechanger und die Leber wird viel, viel später erst Probleme machen.
SPEAKER_02Ich nutze da Löwenzahnsaft. Den schmeiße ich mir über den Salat, ne? Und mit Löwenzahnsaft, also wenn ich jetzt zum Beispiel eine Kanine Pancreaselastase habe, die so grenzwertig tief ist, dann nehme ich auch kein Pancreatin, sondern trigger den Hund mit Löwenzahnsaft an. Das funktioniert einwandfrei.
SPEAKER_04Jetzt muss ich mir gleich als bloßes Blatt nehmen und muss ganz viele Sachen aufschreiben. Bevor ich kurz alles vergesse. Oder wir müssen nochmal einen Podcast machen, wo ich da gleich mitschreibe. Ich kann ja zurückspulen und kann nochmal mitschreiben. Super. Ja, wir sind fast eine Stunde schon dabei. Die Zeit ist ja geflogen. Insofern danke ich dir ganz, ganz herzlich für deine Zeit und deine Expertise.
SPEAKER_02Sehr gerne.
SPEAKER_04Wie immer, hast du gerne das Abschlusswort.
SPEAKER_02Ja, einigen, was soll ich sagen? Ich bedanke mich auch für deine Zeit, dass ich mal in einem Podcast von dir mitwirken durfte. Ich habe noch nie einen Postcast gemacht tatsächlich, weil ich ja, wie gesagt, nicht so nach außen gehend da so tätig bin. Bin ein bisschen introvertierter und kann ich nur sagen, vielen Dank, dass ich mich mit dir unterhalten durfte. Ich freue mich immer wieder auf das nächste Mal. Henning, vielen Dank.
SPEAKER_04Sehr, sehr gerne. Ich wünsche dir einen wunderschönen Abend, André, und bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_02Bis zum nächsten Mal.
SPEAKER_04Wir sehen und hören uns im nächsten Podcast. Zierwohl Club gibt dir Power und Kraft.